Geschichte

„Steirischer Tauchsportclub gegründet“
„Steirische Sporttaucher organisieren sich“
„Ein steirischer Tauchsportklub“

(von Richard Kometter)

Diese Meldungen konnte man im Frühjahr 1964 einigen steirischen Tageszeitungen entnehmen. War es bis zu diesem Zeitpunkt leider nur möglich, den Tauchsport bei Klubs in den Bundesländern Wien, Kärnten und Salzburg oder als Alternative „wild“ auszuüben, so befanden im Februar 1964 die Herren Bruno Gottlieb, Paul Kindlhofer und Sepp Giber, dass es eigentlich an der Zeit wäre, dem rauen Bergvolk hinter dem Semmering die Welt unter Wasser zugänglich zu machen.
Um die Umstellung von Steirerhut, Steirerjacke und Bergschuhen auf Neoprenhaube, Neoprenanzug und Flossen zu erleichtern, wurde ein Tauchklub mit dem Namen „STC“ (Steirischer Tauchklub) ins Leben gerufen. Im April 1964 wurde einer großen Zuhörerschaft das Sporttauchen so schmackhaft serviert, dass sich bereits genügend Mitglieder fanden, um das Klublokal bei Klubabenden (Gasthaus Decker) derart zu überfüllen, dass ein neues gefunden werden musste (Parkhotel).
Auf Grund des großen Medieninteresses an Hans Hass und seinen Berichten fand der Klub auch weiterhin regen Zulauf.

Hans Hass, Ehrenpräsident des STC †

Bei der ersten Gründungs- und gleichzeitig 1. Generalversammlung 1965 erfolgte die Wahl des ersten Clubvorstandes mit dem geschäftsführenden Obmann Herrn Paul Kindlhofer, der nun zusammen mit Herrn Bezirksinspektor Nikolaus Bresnik die Clubsatzungen ausarbeitete. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dr. Hans Hass († 2013) bereits die Ehrenpräsidentschaft übernommen. 1965 erfolgte die Verlegung des Clublokals ins Gasthaus Pfleger. In diesem Jahr erfolgte die erste Anmietung eines Schwimmbades zu Trainingszwecken ( Bad zur Sonne ).

Im Jahre 1966 wurde der erste Ankauf eines Kompressors getätigt und die Abnahme der ersten Prüfung zur Erlangung des „Tauchsport-Grundscheines“ im Hallenbad Kapfenberg durchgeführt.

1968 wurde der Ausbildungs- und Trainingsbetrieb in das Hallenbad der BEA Liebenau verlegt und als Clublokal das Restaurant „Gösser Bräu“ okkupiert.

1969 erfolgte der Beitritt zum TSVÖ als Fachverband und zur UNION als Dachverband. Im Zuge der 5-Jahresfeier des STC hielt Dr. Hans Hass einen Lichtbildervortrag im überfüllten Stephaniensaal. Als Organisator fungierte in bewährter Weise der STC.

Pfingsten 1969 wurde die erste gemeinsame Fahrt nach Medveja durchgeführt.

1971 organisierte der STC die Generalversammlung des TSVÖ in Graz. In diesem Jahr wurde mit der Aufstellung einer Wettkampfmannschaft für die Bewerbe Flossenschwimmen und Orientierungstauchen der Grundstein für die außerordentlichen Erfolge dieser Mannschaft in den nächsten Jahren gelegt. Bereits in diesem Jahr belegten die Mitglieder dieser Mannschaft ausgezeichnete Erfolge in nationalen und internationalen Bewerben. Um dem damit verbundenen Trainingsaufwand gerecht zu werden, konnte zusätzlich zum Liebenauer Bad das neue Hallenbad der UNION angemietet werden.

1973 veranstaltete der STC die III. Österreichischen Staatsmeisterschaften im Flossenschwimmen in Gleisdorf. Von den 11 Staatsmeisterschaftstiteln entfielen vier auf den STC,

1974 die ersten Kontakte zur Eingliederung der Katastrophenschutzgruppe im Landeskatastrophenschutz. Diese Gespräche wurden erfolgreich geführt, so dass es in den nächsten Jahre Zuschüsse vom Land zum Aufbau bzw. zur Ausbildung dieser Gruppe gab.

1976 wurde ein E-Kompressor im Keller des Union-Bades aufgestellt. Die Staatsmeisterschaften im Flossenschwimmen und Streckentauchen wurden abermals durch den STC organisiert und durchgeführt, wobei die Mannschaft des STC mit drei Titeln erfolgreich war. Der Mitgliederstand erreichte 1976 die 180er Marke.

Um die Mobilität des STC zu verbessern, erfolgte 1977 der Ankauf eines Busses. Anfang 1977 organisierte Lenz Laurin einen Eislaufnachmittag auf seinem Grundstück. Dieses Ereignis blieb bis zum heutigen Tag ein sehr beliebter und gut besuchter Teil des Clublebens. Ende 1977 stellte die UNION dem STC Räumlichkeiten für die umfangreichen Gerätschaften und zum Füllen der Geräte zur Verfügung.

1978 konnten der Kompressorraum und die Räume zum Füllen und Lagern der Gerätschaften bezugsfertig gemacht werden. Bis zu diesem Jahr wurden 300 Brevet II (ÖTSPA Bronze), 50 Brevet III (ÖTSPA Silber) und 5 internationale Tauchlehrer ausgebildet. Der Mitgliederstand überschritt erstmals die 200er Marke.

1979 erfolgte die Durchführung des ersten Lehrganges für Unterwasserrugby.

Seit 1980 kann die neu aufgestellte Mannschaft des STC für Unterwasser-Rugby regelmäßig im Hallenbad Eggenberg trainieren. Vom 15. – 18. Mai 1980 wurden der Styria Cup 80 als zweiter Wertungslauf für den Europacup und die österr. Staatsmeisterschaft im Orientierungstauchen in Stubenberg vom STC organisiert und durchgeführt.

1982 wurde ein Grundstück am Samitzteich gepachtet und in den darauf folgenden Jahren so ausgebaut, wie wir es heute kennen. Dieser Clubgrund ist bis heute ein wertvoller Teil der Katastrophenschutzausbildung, der Tauchausbildung und ein beliebter Treffpunkt der Clubmitglieder.

1983 wurde die erste Clubausfahrt zu Pfingsten nach Marina durchgeführt . Bis auf einmal (Krk 1984) blieb Marina das jährliche Ziel der STC-Clubausfahrten.

1984 organisierte der STC die 10. Europameisterschaft im Orientierungstauchen am Stubenbergsee, an der 12 Nationen mit 125 Wettkämpfern teilnahmen.

1989 organisierte der STC abermals einen Europacup im Orientierungstauchen. Austragungsort war das Schwarzl Freizeitzentrum. 100 Teilnehmer aus 9 Nationen nahmen daran teil.

1990 überstieg die Mitgliederzahl die 300er Grenze.

Ab 1995 wurden erstmals Tauchausflüge hauptsächlich zu österreichischen Seen organisiert, die besonders den Tauchanfängern den Einstieg in die Unterwasserwelt erleichtern sollen. Noch im selben Jahr wurde in diesem Zusammenhang eine Fahrt zum Grundlsee durchgeführt, an der 27 Personen teilnahmen und ihren Spaß hatten. Diese Ausfahrten sind bis heute ein fixer Bestandteil im Jahresplan des STC geblieben.

1997 erreichte das Unterwasserrugbyteam bei den Staatsmeisterschaften den 3. Rang.

Im Jahr 2001 organisierte die Unterwasserrugby-Mannschaft des STC im Schwimmbad Eggenberg erstmals das internationale UWR-Turnier um den „Steirischen Panther“. Das Turnier, an welchem alle in Österreich gemeldeten UWR-Teams und zwei Mannschaften aus Tschechien teilnahmen war ein sehr großer Erfolg. Es findet seither jedes Jahr mit großer Beteiligung statt und ist in den internationalen UWR-Turnierkalender aufgenommen worden. Es wird auch in den bekannten Fachzeitschriften TAUCHEN und UNTERWASSER angekündigt.

Im Jahr 2004, dem 40-jährigen Bestehen des STC, fand im Tennis-Paradies in Graz/Strassgang aus diesem Anlass eine große Feier statt. Kurt Rebernik gestaltete zu diesem Jubiläum einen Videorückblick über die vier vergangenen Jahrzehnte. Unser mit einigen internationalen Preisen ausgezeichneter Filmer Helmut Schubert gab eine sehr interessante Dokumentation über den Tagesablauf in einem tropischen Korallenriff zum Besten. Über 120 Mitglieder verbrachten im Anschluss daran bei einem ausgezeichneten Buffet und Livemusik der Gruppe AUSTRIA CONSORT einen wundervollen Abend.

Im Jahr 2005 wurde die schon von langer Hand geplante Verlegung der Ringkanalleitung am Samitz-Schotterteich durchgeführt, die im Frühjahr 2006 ihren Abschluss fand. Das Clubgrundstück ist seither auch am Strom- und Wassernetz angeschlossen, was den Clubmitgliedern zusätzlichen Komfort verspricht. Diese Baumaßnahme bedeutete für den STC einen enormen finanziellen Aufwand, der sich aber durchaus gelohnt hat.

Der Unterwasser-Rugby Mannschaft des STC gelang erstmals der Sieg des Heimturniers „steirischer Panther“ im Juli 2014. Dabei wurden Mannschaften aus fünf Nationen geschlagen.

Nach dem zweiten Platz beim Heilbronner Käthchenturnier im Januar 2015 erringt die Unterwasser-Rugby Mannschaft auch erstmals die Silbermedaille bei der Österreichischen Meisterschaft und verteidigt den Platz auch 2016.

2016 fand das internationale Unterwasser-Rugby Turnier „Steirischer Panther“ zum fünfzehnten Mal statt. Jährlich nehmen über hundert Spieler aus Deutschland, Italien, Tschechien, Ungarn, Griechenland und Österreich teil.

Dieser Bericht soll nicht als Chronik für die vergangenen Jahre des STC angesehen werden, denn dazu ist er etwas zu kurz geraten. Es wurde aber versucht, die letzten Jahre Clubgeschehen jenen Mitgliedern nahe zu bringen, welche dem Club noch nicht lange angehören, um zu zeigen, dass es einer gewaltigen Anstrengung einiger Damen und Herren bedurfte, den STC zu dem zu machen, als der er sich heute seinen Mitgliedern präsentiert.

War das Tauchen früher nur einer kleinen Gruppe vorbehalten, so hat sich das Sporttauchen schon fast zum Massensport entwickelt. Dass das Tauchen in der Steiermark populär wurde, ist nicht zuletzt dem STC als erstem Tauchclub in diesem Bundesland zu verdanken. Der STC hat es aber nicht nur verstanden, das Niveau der Ausbildung hoch zu halten, sondern der Club ist auch immer bemüht gewesen, den positiven Clubgeist mit abwechslungs- und zahlreichen gesellschaftlichen Veranstaltungen zu fördern.

Dem Freizeittrend der heutigen Zeit mit gediegener und professioneller Ausbildung zu begegnen, die Voraussetzungen für die körperliche Ertüchtigung und das gesellschaftliche Clubleben mit Veranstaltungen zu fördern, wird auch das Bemühen des Vorstandes in den nächsten Jahren sein. Dazu bedarf es außer dem Einsatz des Vorstandes auch der Mitarbeit und dem Verständnis aller Mitglieder für die Arbeit des Vorstandes, so dass der STC  für alle Beteiligten ein taucherisches, gesellschaftliches und sportliches Zuhause bieten kann.